Die Auffassung, dass die Oscar-Verleihung Horrorfilme aktiv meidet, ist weit verbreitet, doch bei näherer Betrachtung zeigt sich, dass im Laufe der Jahre überraschend viele Genretitel ausgezeichnet wurden. Während viele ikonische Horrorfilme übersehen wurden, haben sich einige prestigeträchtige Oscars gesichert und stellen damit das Narrativ der völligen Ausgrenzung in Frage.

Die diesjährigen Nominierungen unterstreichen die wachsende Anerkennung des Genres: Ryan Cooglers „Sinners“ erhielt rekordverdächtige 16 Nominierungen – und übertraf damit sogar „All About Eve“, „Titanic“ und „La La Land“. Der Erfolg des Films unterstreicht die wachsende Offenheit der Akademie für dunklere, anspruchsvollere Themen.

Aber die Geschichte des Horrors bei den Oscars geht über die diesjährige Begeisterung hinaus. Viele klassische Titel wurden in verschiedenen Kategorien von der Akademie anerkannt:

  • Make-up und Haarstyling : Beetlejuice (1988) gewann für sein bahnbrechendes Spezialeffekt-Make-up.
  • Tonbearbeitung : Der Exorzist (1973) erhielt eine Auszeichnung für sein gruseliges Sounddesign.
  • Kamera : Rosemary’s Baby (1968) sicherte sich für seine eindringlichen Bilder einen Oscar.
  • Visuelle Effekte : Alien (1979) gewann für sein revolutionäres Kreaturendesign.
  • Adaptiertes Drehbuch : Der Weiße Hai (1975) wurde für das beste adaptierte Drehbuch nominiert.

Über diese herausragenden Filme hinaus haben zahlreiche andere Horrorfilme einen Oscar gewonnen, darunter „Das Schweigen der Lämmer“, der 1991 die Hauptkategorien gewann und damit bewies, dass ein gut gemachter Psychothriller die Oscars dominieren kann.

Die Entscheidungen der Akademie entsprechen nicht immer den Erwartungen der Fans, aber die Anwesenheit von Horror-Gewinnern zeigt, dass das Genre nicht völlig ausgeschlossen ist. Ob durch technische Errungenschaften, bahnbrechende visuelle Effekte oder fesselnde Erzählungen – Horror hat sich einen Platz unter den prestigeträchtigsten Auszeichnungen im Kino erobert.

Letztendlich sind Brüskierungen zwar üblich, aber wenn man die Oscar-Geschichte des Horrorfilms als nicht existent abtut, wird die konsequente (wenn auch gelegentliche) Anerkennung des Genres durch die Akademie ignoriert.